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Veranstaltungen Innovationskunst

Virtuelles Franken Finance Festival für Gründer - Interview mit den Organisatoren

Am 15.06. haben Gründer wieder die Möglichkeit sich umfänglich über die Finanzierung Ihrer Unternehmen in der Gründungsphase zu informieren. Das Franken Finance Festival, dass erneut digital statt findet, bringt Gründer mit Finanzexperten zusammen. Im Interview informieren die beiden Organisatoren Sava Savchev und Christoph Heyne, für wen genau das Festival gedacht ist und welche Grundidee hinter der Veranstaltung steht.

Welche Idee steckt hinter dem Franken Finance Festival?

HeynenWir möchten mit dieser Veranstaltung einen Überblick geben über die Möglichkeiten der Erstfinanzierung von Startup-Projekten. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmensgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hier sind die Gründungsprojekte oft sehr innovativ, haben aber auch ein höheres Risiko und müssen oft Finanzierungen einwerben, um die Geschäftsideen zu realisieren. Jedoch passt nicht jede Art der Finanzierung zu jedem Geschäftsmodell und zu jeder Phase im Gründungsprozess. Beim Franken Finance Festival erhalten Gründerinnen und Gründern die Chance, frühzeitig herauszufinden, welche Finanzierung zu ihnen und ihrer Geschäftsidee passt und auf welche „Spielregeln“ sie sich dabei einlassen.

 Die Veranstaltung richtet sich ja an Hochschulen und im Besonderen an die Gesundheitsbranche. Welcher Wert soll für die Nutzer durch die Veranstaltung entstehen?

Heynen: Das Franken Finance Festival bietet für Teilnehmende in einer kompakten Tagesveranstaltung Informationen, Kontakte und Know How rund um das Thema Frühphasenfinanzierung von Startups. In Vorträgen am Vormittag werden die verschiedenen Arten der Startfinanzierung vorgestellt. Die Bandbreite reicht von verschiedenen staatlichen Fördermitteln über Bankdarlehen, Eigenkapitalfinanzierung durch Wagniskapital oder Business Angels bis hin zum Crowdfunding.

SavchevAm Nachmittag können die Teilnehmenden in persönlichen Gesprächen mit Experten und Investoren abklären, welche Finanzierung zu ihnen passt oder sich generell zu ihrer Geschäftsidee beraten lassen. Parallel dazu bieten Workshops Erfahrungsberichte erfolgreicher Startups sowie wertvolles Know How rund um das Thema Unternehmensgründung, beispielsweise zu Themen wie Rechtsformen oder Schutzrechte aber auch zu Trends wie Digitalnomaden. Höhepunkt der Veranstaltung sind Pitchvorträge von Siegerteams der letzten Runde des Medical Valley Awards, mit dem besonders innovative Gründungsprojekte aus der Forschung im Bereich Medizintechnik gefördert werden.

Welche Fallstricke bestehen beim Thema Gründung/ Finanzierung? Und wie unterscheiden sich diese zwischen Hochschulen und in der Gesundheitsbranche?

Heynen: Gründungsteams aus Hochschulen sind häufig technologisch ihrer Zeit weit voraus – das hat Vor- und Nachteile: Das Innovationspotenzial ist häufig sehr hoch. Gleichzeitig ist oft ein erheblicher Zeitaufwand für die Weiterentwicklung der Produkte als auch für die Vorbereitung des Marktes auf diese Innovationen erforderlich. Das birgt immer auch mit das Risiko des Scheiterns, weil beispielsweise der Markt noch nicht bereit ist. Das finanziert nicht jeder gerne! Umso wichtiger ist es für die Startups, ein schlagkräftiges Team zu bilden, überzeugende Geschäftsstrategien zu entwickeln und früh herauszufinden, wen man wann für eine Finanzierung ansprechen kann – vor allem aber auch, was dabei vom Gründungsteam erwartet wird und ob das zur eigenen Strategie passt. Die Gründungsberatungen der Hochschulen bieten akademischen Startups dabei frühzeitig umfassende Unterstützung, um sich professionell aufzustellen.

Savchev: Innovationen in der Gesundheitsbranche haben zudem besondere Hürden zu überwinden: Zum einen müssen Medizintechnikprodukte, ebenso wie Therapeutika, einen aufwändigen gesetzlichen Zulassungsprozess durchlaufen, für den auch wissenschaftliche Studien zum Nutzen sowie zur Unbedenklichkeit notwendig sind. Darüber hinaus müssen die Krankenversicherungsträger überzeugt werden, dass diese Produkte auch in den Katalog der durch die Versicherungen und Krankenkassen erstattungsfähigen Behandlungen aufgenommen wird. Das erhöht den Finanzierungsaufwand und die Zeit bis zum Markteintritt erheblich. Wenn schließlich eine Zulassung erteilt wird, ist sind dann sowohl gesellschaftlicher Nutzen als auch das wirtschaftliche Potenzial nicht selten recht hoch. Das Medical Valley bietet bei der Begleitung dieser Innnovationen professionelle Services sowie ein perfektes Ökosystem an Kooperationspartnern und weiterführenden Kontakten .

 Welche Rolle spielt die Metropolregion Nürnberg für die Innovationskraft?

Savchev: Das Potenzial für Innovationen in der Metropolregion Nürnberg ist extrem hoch. Aus der Wirtschaftsregion Mittelfranken kommt ein Fünftel aller bayernweiten Patentanmeldungen. Das internationale Reuters Ranking 2019 bestätigte der FAU Erlangen-Nürnberg, dass die innovativste Universität in Deutschland und weltweit Top 14 zu sein. Das Innovationspotenzial aus der Forschung wird ergänzt durch einen perfekten Mix aus Großunternehmen, Mittelstand und äußerst lebendiger Startup-Szene. 

HeynenIch denke, unsere Stärke ist dabei auch, dass alle Akteure in der Region eng zusammenarbeiten, um das Innovationspotenzial erfolgreich zu heben. Dass dabei die Region auch bundesweit viel Beachtung findet, zeigt sich nicht zuletzt dadurch, dass der Medical Valley EMN und der ZOLLHOF Tech Incubator im Rahmen der Digital Hub-Initiative der Bundesregierung als Hub für Digital Health ausgezeichnet wurde.

 

Die Teilnahme am Franken Finance Festival ist kostenlos. 

Interessierte können sich noch bis zum 15.06. hier registreieren

Bild: Medical Valley

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