Zum Hauptinhalt springen
Stories Innovationskunst

Die perfekte Maschine simulieren? Alltag für Stefan Hecht

Simulationsingenieur aus Leidenschaft: Virtuelle Antriebsauslegung und optimales Energiemanagement als Schlüssel zum Erfolg

Stefan Hecht (25) ist in der Anwendungsentwicklung am Standort Nürnberg für die Weiterentwicklung von Dienstleistungen im Bereich Simulation und Digitaler Zwilling zuständig. Als Simulationsingenieur treibt er dank seiner Fachkenntnisse dieses wichtige Zukunftsthema voran: „Durch Simulation können unsere Kunden viel Zeit und Kosten bei der Entwicklung ihrer Maschinen und Anlagen einsparen. Gleichzeitig können durch optimalen Einstellungen die Performance und damit der Ausstoß und die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden.“

Was eine Maschinensimulation bringt und warum Stefan Hecht seinen Job als Simulationsingenieur liebt, erklärt er hier:
Schon in jungen Jahren habe ich mich für Technik begeistern können. Daher habe ich nach der Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme noch ein Bachelorstudium in Elektrotechnik und Informationstechnik gemacht. Darauf aufbauend habe ich in meinem Masterstudium Elektronische und Mechatronische Systeme studiert. In meiner Masterarbeit habe ich über die Thematik digitaler Zwilling geforscht und mich für dieses Zukunftsthema begeistert.

Ein tolles Team
Für eine Karriere bei Baumüller habe ich mich entschieden, weil es mir Spaß macht mich mit Zukunftsthemen zu befassen und neue Lösungen zu entwickeln, die schnell in die Praxis umgesetzt werden können. Zudem wird hier viel Wert auf Forschung, Entwicklung und Innovation gelegt, was genau meinen Vorstellungen entspricht.
In den vergangenen Jahren wurde bei Baumüller ein Team aus klugen Köpfen aufgebaut, um auch in Zukunft mit Know-how und neuen Softwarelösungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Mix aus erfahrenen und jüngeren Kollegen sorgt für eine richtig gute Arbeitsatmosphäre. Für mich absolut klasse, da ich mich so optimal weiterentwickeln kann und direkt an spannenden Projekten mitwirken kann, die für die Zukunft der Automatisierungstechnik eine entscheidende Rolle spielen werden. Die Themenbereiche Simulation und Digitaler Zwilling werden künftig immer wichtiger. Mit ihnen lassen sich Antriebsauslegungen virtuell testen und auch Energiekonzepte können optimiert werden, um die Maschine noch wirtschaftlicher zu machen.

Konkrete Projekte
Aktuell arbeite ich an dem Modell einer Servopresse. Mit solchen Pressen werden große Bauteile aus Blech hergestellt, beispielsweise für die Automobilindustrie. Da werden Türen oder Motorhauben innerhalb von wenigen Sekunden gefertigt, die präzise und genau geformt sein müssen, weil sonst beim Montieren die Teile nicht zusammenpassen. D.h. für uns als Antriebs- und Automatisierungshersteller spielen hierbei die Themen Dynamik und Präzision eine große Rolle. Die Maschine muss ganz exakt arbeiten. Um die perfekte Antriebsauslegung und Parametrierung der Presse zu entwickeln, haben wir einen digitalen Zwilling der Servopresse erschaffen, bevor die Maschine real aufgebaut wurde. Das ist aus mehreren Gründen vorteilhaft: Zum einen spare ich dem Maschinenbauer dadurch Zeit und somit auch Geld, da die Inbetriebnahme vorab erfolgen kann. So kann ich die Maschine bereits vorab testen und optimal einstellen. Wenn meine Kollegen aus der Applikation zur Inbetriebnahme z.B. nach Asien fliegen, sind 90 Prozent der Funktionen bereits getestet und können übernommen werden. Zum anderen erschaffe ich das perfekte Abbild der Realität, quasi eine Art Maschinen-Dummy, an dem ich alle möglichen Einstellungen austesten kann. Die Simulation verhält sich ganz genauso wie eine echte Maschine!

Die Presse ist nur virtuell verfügbar und doch sehe ich auf einen Blick, wie sich die Presse hebt und senkt – Das bedeutet, das zu bearbeitende Teil wird durch die Presskraft der Motoren verformt. Für meine Arbeit bringt das enorme Vorteile mit sich: Noch bevor die Presse ausgeliefert und in Betrieb genommen wird, kann ich die Anlage in der Software virtuell testen und Einstellungen vornehmen. D.h. ich kann die Maschine vorab auslegen und in Betrieb nehmen, ohne dass die Maschine aufgebaut werden muss. Ich erledige somit 90 Prozent der Arbeit eines Inbetriebnehmers ganz bequem vom Schreibtisch aus. Dadurch sparen wir uns Zeit bei der Inbetriebnahme, können Fehler
frühzeitig erkennen und korrigieren, und sind auch bei der Inbetriebnahme vor Ort viel schneller. Ein echter Gewinn für uns Automatisierer!

Energieeffiziente Lösungen
Ach, und was auch noch super ist, sind die Möglichkeiten der Energieeinsparung. Die Simulation hilft mir nämlich dabei, dass effizienteste Bewegungsprofil der Maschine zu finden und so den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren. Das spart dem Endanwender enorme Stromkosten und da der Schutz des Klimas ein global wichtiges Thema ist, freue ich mich, wenn ich auch hier einen Beitrag zur Optimierung leisten kann.
Ich bin Simulationsingenieur aus Leidenschaft und habe bei Baumüller ein engagiertes Team aus jungen und erfahrenen Kollegen an meiner Seite, das mich bei meinen Projekten unterstützt und mit mir an einem Strang zieht. So macht die Arbeit an Zukunftsthemen richtig Spaß!

mehr zu baumüller

Text: Anja Andraschko

Bildrechte: Baumüller

Stefan Hecht bei der Arbeit. Bilder: (c) Baumüller